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Schreibschrift PDF Drucken E-Mail

Die Schreibschrift unterschiedet sich in wesentlichen Punkten von der sonst in Büchern angewendeten Druckschrift.

Das Besondere an der Schreibschrift ist, dass diese per Hand auf das Papier gebracht wurde und immer ein Stückchen Persönlichkeit des Schreibers vermittelt.

Anders als in Deutschland, wird der Begriff Schreibschrift in anderen Kulturen nicht verwendet. Beispielsweise war es im Mittelalter oder der Antike nicht nötig, zwischen der Schreibschrift und der Druckschrift zu differenzieren, da es zur damaligen Zeit keine andere Möglichkeit gab, Wissenswertes für andere zugänglich zu machen, als dies in handschriftlicher Form zu tun. Erst in der modernen Zeit, als man dazu in der Lage war, Text mit Schreibmaschinen oder über eine Computer-Tastatur einzutippen, gewann der Begriff Schreibschrift an Bedeutung.

War früher die Schreibschrift wesentliches Merkmal bei Büchern, so wurde sie heute fast vollständig von der Druckschrift abgelöst. Man findet kaum mehr ein Buch, welches in Schreibschrift verfasst und so vervielfältigt wurde.

Mit dem Durchbruch des Buchdrucks, welcher es einem erlaubte, nicht jedes einzelne Wort zur Vervielfältigung von Schriften einzeln abzuschreiben, entdeckte man eine günstigere und vor allem weniger zeitaufwändige Methode, Bücher zu vervielfältigen. Dennoch kam es im 15. Jahrhundert noch nicht zur Auflebung des Begriffes Schreibschrift, da die Vervielfältigungen auch nur über die Schreibschrift möglich waren. Doch was sich damals bereits in der Gesellschaft für die Menschen veränderte, war eine Differenzierung der Kostbarkeit eines Schriftstückes. So waren handgeschriebene Werke um ein Erhebliches teurer, aber auch mehr angesehen, als gedruckte Vervielfältigungen. Es begann ein Konkurrenzkampf zwischen der „schreibenden Hand“ und der „druckenden Maschine“, in welchem letztendlich die Maschine siegte.

Damit veränderte sich auch die Struktur in der Gesellschaft, reichte das bisher verdiente Geld der Buchschreiber nun nicht mehr aus, um ein gutes Leben zu führen. Bis dahin noch in hohem Maße geachtet, wurden Buchschreiber bald überflüssig. Um nicht dem Bankrott zu erliegen, gründete die Buchschreiber Schreibschulen, in welchen sie ihren Zöglingen das Wissen um die Schreibschrift vermittelten und mit ihnen gemeinsam eine Weiterentwicklung der bisher gekannten Schrift vorantrieben. Nun wurden auch handgeschriebene Schriften wieder populärer.

Heutzutage bekommen Schüler bereits in der Grundschule noch immer die Schreibschrift beigebracht. Allerdings unterscheidet sich diese in der Form wesentlich von der früheren. Wegen der Lesbarkeit und der Verständlichkeit, versucht man, den Grundschülern eine einheitliche Schreibschrift zu vermitteln. Auch die Materialien, welche man heute beim Schreiben zur Verfügung hat, spielen hierbei eine nicht außer Acht zu lassende Rolle. War es früher Gang und Gebe, mit einem Federkiel zu schreiben, beruft man sich heute auf die stattgefundene Entwicklung des Füllers. Allein schon dadurch ist es Schreibern nicht mehr möglich, die Schreibschrift, so wie sie früher war, weiterhin zu benutzen.

Das Schriftbild bei einer Schreibschrift heute sollte harmonisch wirken und ineinander förmig. Zwar wird einem der Grundtenor der „richtigen“ Schreibschrift in der Schule vermittelt, jedoch entwickelt jeder seinen eigenen Schreibstil.

Mit dem Benutzen der Schreibschrift in der heutigen Zeit gibt jeder etwas über seine Persönlichkeit preis. Einige Psychologen versuchen, durch die Handschrift ihrer Klienten mehr über dessen Persönlichkeit herauszufinden. Bereits dadurch, dass man feststellt, ob es sich beim Schriftschema um eine große, mittlere oder eher kleine Schrift handelt, bekommt man einen Anhaltspunkt und kann bestimmen, ob der Schreiber eher extrovertiert oder mehr ruhig veranlagt ist.

Um nochmals auf die früher publizierte Schreibschrift zurück zu kommen: Schriften, die aus der damaligen Zeit bis heute erhalten sind, werden von Historikern sehr oft analysiert, um so mehr über den Schreiber und die Vergangenheit herauszufinden. Denn noch heute ist die Entwicklung der Schreibschrift ein Kulturgut, welches es gilt zu bewahren.

 
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