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Nicht minder aufregend als die koreanische Sprache ist die koreanische Schrift.
Wer davon ausgeht, die koreanische Schrift sei mit der chinesischen identisch, irrt. Denn die koreanische Schrift ist eine eigenständige Kommunikationsmöglichkeit mit kulturellem Charakter.
Bevor es zur eigentlichen Ausübung der koreanischen Schrift kam, durchlebte die Entwicklung der selbigen eine 553 Jahre alte Geschichte, in welcher es viele Wendungen gab. Anders als bei den heute üblichen Schriften wurde die koreanische Schrift nicht aus anderen Schriftsystemen entwickelt, sondern hat einen eigenen Aufbau, welcher keinem der anderen Sprachen ähnelt. Die Koreaner oder Sprachexperten nennen diese Schrift Han-gul. Bei der Verfolgung der Schriftentwicklung trifft man in den geschichtlichen Aufzeichnungen darauf, dass dieses Sprachsystem von Gelehrten entwickelt wurde und demnach keinesfalls aus den Köpfen einfacher Landsmänner stammt. Vorangetrieben wurde die koreanische Sprache im 15. Jahrhundert und insbesondere durch den König Sejong gefördert. Die Ausreifung der koreanischen Schrift konnte sich trotz der Zugehörigkeit des chinesischen Kulturraumes nicht auf die bestehenden chinesischen Schriftzeichen berufen, sondern war darauf angewiesen, selbständig ein Schriftsystem aufzubauen. Deutlich wird der sprachliche Unterschied zwischen Chinesen und Koreanern dann, wenn man versucht, sich in bestimmten Bereichen auszudrücken. Um es seinem Volk zu vereinfachen, versammelte König Sejong eine Schar Gelehrter um sich. Nachdem diese den Denkprozess des kultivierten Schriftkomplexes im koreanischen Bereich abgeschlossen hatten, war es nun die Aufgabe des Königs, dieses eigene Schriftsystem zu verbreiten. Als Gründe für seine Unterstützung nannte Sejong später, dass er seinem Volk helfen wollte, sich auch schriftlich korrekt auszudrücken, um eventuelle Widersprüche auf der Regierungsebene äußern zu können. Anfänglich fand die koreanische Schrift zwar großen Zuspruch, doch nachdem die anfängliche Neugierde und der Enthusiasmus langsam verflogen waren, gab es einen Stillstand, welcher die koreanische Schrift fast vollkommen in Vergessenheit geraten ließ. Die Herrscher, welche sich nach der Amtsperiode von Sejong im Königreich einfanden, hatten keinerlei Interesse daran, für ihr Volk eine eigene Schrift zu entwickeln. Für die folgenden Jahrhunderte wurde es still um die koreanische Schrift. Doch einige Gelehrte versuchten immer wieder, sich mit dem Schriftsystem auseinander zu setzen und das Han-gul nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Erst als das 20. Jahrhundert begann und viele Neuerungen mit sich brachte, drang die koreanische Sprache wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung. Unterstützt wurde die Verbreitung hier erneut durch Gelehrte. Jetzt befasste man sich allerdings auch mit einem verbesserten Regelwerk und der Umorientierung im grammatikalischen und im orthographischen Bereich. Insgesamt kennt man die koreanische Schrift heutzutage als Schriftsystem mit 10 Vokabeln und vier Konsonanten. Das Erlernen der Sprache wird ebenso durch einen strukturierten und logischen Aufbau unterstützt. |