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Zwar werden Hieroglyphen heutzutage kaum mehr als Kommunikationsmittel verwendet, dennoch geht noch immer eine große Faszination von den uns fremden Schriftzeichen aus. Gefunden wurden Hieroglyphen das erste Mal an ägyptischen Gräbern.
Anders als oft vermutet handelt es sich bei den von 3200 vor Christus bis 300 nach Christus entwickelten Schriftzeichen nicht nur um eine reine Bilderschrift, sondern viel mehr um eine Anreihung verschiedener Konsonanten, Vokale und Sinnsymbole. Benutzt wurden Hieroglyphen vorwiegend im ägyptischen Raum. Sowohl die Altägyptische, als auch die Mittel- und die Neuägyptische Sprache machten Gebrauch von den heute noch immer als „Geheimsprache“ bezeichneten Hieroglyphen. Wesentliche Bestandteile der Hieroglyphen sind Lautzeichen, Bildzeichen und Deutzeichen. So findet sich eine Kombination der unterschiedlichen Schriftmöglichkeiten vereint. Bis heute gelten Hieroglyphen als die älteste überlieferte Schrift der antiken Welt. Mittlerweile hat sich diese Bilderzeichenschrift zu einem Kulturgut der Ägypter entwickelt und wird mit den religiösen und den gesellschaftlichen Aspekten der uns fremden Welt in Verbindung gebracht. Trotz ihrer bildhaften Inhalte sind Hieroglyphen keinesfalls in die Reihe der primitiven Sprache einzuordnen. Jedes Symbol hat eine starke Ausdruckskraft und ergibt mit anderen logischen Begriffen einen Gesamtausdruck. Dabei können ganze Wörter mit einem Zeichen dargestellt werden, weswegen die Ägyptische Schrift auch platzsparender ist als so manch andere Schriftform. Die Weiterentwicklung der Hieroglyphen stand so gut wie niemals still. An den Verlauf der Geschichte angelehnt kamen auch bei der Schrift immer wieder neue Zeichen und Ausdrücke hinzu, welche es den Menschen vereinfachten, sich in schriftlicher Form gewählt auszudrücken. Das erste Mal entziffert werden konnten die Hieroglyphen in der westlichen Welt 1822. Der französische Sprachwissenschaftlicher Champollion brauchte allerdings danach noch zehn weitere Jahre, bis er das Geheimnis um die Hieroglyphen vollständig gelüftet hatte und nun jedes einzelne Zeichen identifizieren konnte. Anders als unser komplexes Sprachsystem bestehen bei den Hieroglyphen keine orthographischen Regeln, welche befolgt werden mussten. Die Anordnung der Schriftzeichen konnte sowohl in waagerechter als auch in senkrechter Form erfolgen. Zudem gab es auch die Möglichkeit, von links nach rechst oder von rechts nach links zu schreiben. Dennoch achtete man im Alten Ägypten darauf, dass die Schrift ein ästhetisches Gesamtbild wiedergab. So war es den Ägyptern äußerst wichtig, dass es keine Lücken im Text gab und sich die einzelnen Schriftzeichen in einem geordneten Verhältnis gegenüber standen. Mit der Zeit wurden den Ägyptern die Ästhetik des Schriftbildes wichtiger als die richtige Anordnung der Zeichen, weswegen sich mitunter auch Schriften fanden, bei denen die gleichen Wörter in einer unterschiedlichen Anordnung vorzufinden waren. Um die Charakteristik der Hieroglyphen erfassen zu können, sollte man sich zunächst einmal damit anfreunden, dass es in dieser Schriftsprache keine Konsonanten gibt, wodurch sich eine Verbundenheit mit der arabischen oder hebräischen Schrift ergibt. Wesentliches Merkmal ist außerdem, dass ein ein kompletter Ausdruck nicht selten durch nur ein einziges Zeichen dargestellt wird. Im Studium sind bei bestimmten Studienzweigen auch Umschriften notwendig, bei welchen die Studierenden allerdings gerade bei den Hieroglyphen in einer ganz bestimmten Vorgehensweise handeln müssen, damit sich ein sinnvoller Ausdruck ergibt. |